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NIKON D90
Nikon 18 – 105 mm 1:3,5-5,6G VR
18mm f8 15s ISO 200

Lightpainting

Mit Licht malen? Klar! Im Prinzip ist jedes Bild einer Kamera eine von Licht gemalte Szene, die der Kamerasensor entsprechend wahrnimmt und aufzeichnet. Dabei kann man nach 2 Arten des Lichts unterscheiden. Zum Einen ist dies das gegebene statische Licht der vorhandenen Szene, z.B. durch die Sonne, Straßenlampen oder auch beleuchtete Gebäude etc.; zum Anderen können wir dem Bild Lichtquellen hinzufügen, indem wir aktiv oder passiv auf das Motiv einwirken und das Ganze während der Belichtung! Als Lichtquelle kann hier alles verwendet werden, was von uns selbst gesteuert werden kann, z.B. Taschenlampen, Aufsteckblitze oder auch Fackeln usw. Dieser Guide soll euch vermitteln, welche Arten des Lightpainting es gibt, welche Kameraeinstellungen getroffen werden müssen und Hinweise, die ihr dabei beachten solltet.


Bevor wir auf die notwendigen Einstellungen der Kamera eingehen, möchten wir euch zunächst anhand der zwei folgenden Beispielbilder1+2 eine Frage stellen:

Bei welchem der beiden Bilder denkt ihr, handelt es sich um eine Lightpaintingaufnahme?

Lightpainting 1

Lightpainting 2

Die Lösung? Beide Aufnahmen wurden während der Belichtung per Lightpainting verändert, nur ist die Art der Ausführung eine andere. Bei der linken Aufnahme befanden wir uns mit unserer Lichtquelle direkt vorn im Motiv (auf der Skatebahn), die Kamera stand auf dem Stativ 3Meter hinter uns. Wir möchten den Begriff "aktiv" für diese Art der angewandten Methode Lightpainting verwenden. Bei der rechten Aufnahme befanden wir uns mit unserer Lichtquelle hinter der Kamera und haben bei völliger Dunkelheit in das Motiv geleuchtet. Hierfür möchten wir den Begriff "passiv" verwenden. Bei beiden Beispielbildern wurden Taschenlampen verwendet.

Da ihr nun die unterschiedlichen Ausführungen des Lightpainting kennt, möchten wir euch jetzt die entsprechend notwendigen Kameraeinstellungen beschreiben. Wie ihr vielleicht an den bereits vorgestellten Bildern erkannt habt, wird diese Technik vorwiegend dann angewandt, wenn das statische Umgebungslicht so gering ist, dass eure eigene Lichtquelle heller ist. Mit anderen Worten, es sollte dunkel sein.

Allein diese Voraussetzung beschreibt die erforderlichen Kameraeinstellungen - das heißt, ihr benötigt ein Stativ für die Kamera und sinnvollerweise den Fernauslöser/Selbstauslöser für verwacklungsfreie Aufnahmen, stellt den Wert für ISO vorerst auf 100 ein und fokussiert dann euer Motiv (Guide "Richtig fokussieren"!). Wir empfehlen für Aufnahmen im Dunkeln immer den manuellen Modus "M" der Kamera, um volle Kontrolle über die Belichtung zu erhalten, schließlich ändert sich das Blende/Zeit-Verhältnis im Vgl. zu Tageslichtaufnahmen so gut wie nicht. Wählt zuerst die Blende, bei Motiven in völliger Dunkelheit verwendet ihr möglichst die Offenblende (kleinstmöglich einstellbare Blende, meist f2.8 f4 oder f5.6), bei Motiven mit künstlichem Umgebungslicht kann die Blende größer sein, z.B. f11. Mit gewählter Blende und ISO dreht ihr nun solang am Einstellrad der Belichtungszeit, bis diese so groß ist, dass die Belichtungsanzeige im Sucher/auf dem kleinen Display oben auf der Kamera auf Null steht (siehe Beispielbild3: Die Belichtungszeit musste in diesem Beispiel von 1/60s auf 1s erhöht werden. Der Ausschlag in den negativen Bereich nach rechts bedeutet, es ist mit der Einstellung 1/60s eine Unterbelichtung zu erwarten.). Alternativ tastet ihr euch durch probieren an die korrekte Belichtungszeit heran, bis euch das Ergebnis gefällt.


Lightpainting 3

Mit der so eingestellten Kamera verschafft euch ausreichend (Belichtungs-) Zeit, um zu Beginn der Auslösung mit eurer Lichtquelle ins Bild hinein zu laufen, kreativ im Motiv zu sein und wieder hinaus zu laufen, bevor die Kamera die Auslösung wieder beendet.

Lightpainting 4

Jedoch gilt es einige Sachen zu beachten, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen und Fehler in der Belichtung wie im Beispielbild4 gezeigt zu vermeiden:

Aktives Lightpainting:

Passives Lightpainting:

Merke:

Die aktive Methode benötigt immer eine längere Belichtungszeit, da ihr euch selbst im Motiv bewegen müsst. Egal ob euer Lampenschein oder ihr selbst, wer/was sich während der Belichtung nicht bewegt, wird auf dem späteren Bild mehr und mehr sichtbar.

Tipps:

Erforderliche Ausrüstung:

Nachmachen erwünscht!
Wir freuen uns über eure Anregungen und Kommentare.

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