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NIKON D7000
Sigma 10-20 mm F4,0-5,6 EX DC HSM
10mm f8 8s ISO 400 +1EV

Langzeitbelichtung

Die Langzeitbelichtung ist Jedem ein Begriff - wem nicht, der kann zumindest aus dem Name ableiten, dass es sich irgendwie um eine Technik handelt, bei der die Kamera eine längere Zeit das Motiv belichtet. Jeder der jetzt sofort an Nachtaufnahmen denkt, liegt nicht falsch, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Eine Langzeitbelichtung kann auch sehr gut tagsüber angewandt werden, um entweder Dynamik ins Bild zu bringen oder diese gar ganz zu entfernen. Die Anwendungsmöglichkeiten, notwendigen Hilfsmittel und optimalen Kameraeinstellungen möchten wir euch in diesem Guide näher beschreiben.

Langzeitbelichtung 1

Im Beispielbild1 sehen wir eine Aufnahme des berühmten Piccadilly Circus in London. Jeder der schon mal da war weiß, welch hohes Menschen- und Verkehrsaufkommen dort herrscht. Um dennoch einen freien Blick auf die berühmte Werbewand zu erhalten, kann man sich den Effekt der Langzeitbelichtung zu nutze machen:

Alles was sich während der Aufnahme bewegt, wird gar nicht oder nur schemenhaft dargestellt. Der Effekt ist dabei abhängig von der eingestellten Belichtungszeit und der Bewegungsgeschwindigkeit der Objekte - bedeutet, Objekte werden immer unklarer (bis hin zu nicht mehr dargestellt), je schneller sie sich bewegen und je länger die Belichtungszeit der Kamera ist. Alles, was sich nicht bewegt wird korrekt dargestellt.

Der komplette Fahrzeugverkehr konnte somit unsichtbar gemacht werden und die Menschen im Bild sind nur noch vereinzelt zu sehen. Methode war hier also eine sehr hohe Belichtungszeit (>30sek).

Langzeitbelichtung 2

Will man dagegen gezielt Dynamik in sein Bild einbauen, wählt man eine Belichtungszeit angepasst an die Geschwindigkeit der/des sich bewegenden Objektes. Im Beispielbild2 sehen wir ein sich mäßig schnell drehendes Karussell. Durch die Anpassung (Erhöhung) der Belichtungszeit auf ca. 1sek konnten wir die Dynamik des Motivs viel besser zur Geltung bringen.

Nun kennen wir die 2 Hauptanwendungsgründe, warum und wie wir die Langzeitbelichtung auch am Tage verwenden sollten. Eine weitere Verwendungsmöglichkeit der Langzeitbelichtung ist die Fotografie bei Dunkelheit, die uns automatisch zu längeren Belichtungszeiten zwingt. Beide Möglichkeiten unterscheiden sich nur durch den Fakt, dass wir für die Langzeitbelichtung am Tag ein Hilfsmittel benötigen:

Um die Belichtungszeit an unser Motiv anzupassen, also die Zeitdauer der Belichtung zu verlängern, müssen wir das der Kamera zur Verfügung stehende Licht begrenzen. Dies kann auf 2 Arten geschehen: Möglichkeit 1 ist die Erhöhung der Blendenzahl (f18, f22, …>) um somit eine Verlängerung der Belichtungszeit zu erhalten. Wir raten von dieser Methodik ab, da die Bildqualität stark abnimmt, siehe Guide „Blende mit Qualität“. Möglichkeit 2 ist die Verwendung von sog. Graufiltern. Diese gibt es ins verschiedenen Stärken zu kaufen, je nachdem, wie viel Licht „geschluckt“ werden soll. Wir empfehlen die Stärke ND1000 (ca. 30€), diese verlängert die Belichtungszeit um den Faktor 1000. So kann am helllichten Tage mehrere Sekunden belichtet werden.

Merke:

Je länger die Belichtungszeit der Kamera und je schneller die Bewegung von Objekten, desto schwächer werden diese auf dem Bild dargestellt. Dies führt im Extrem bis zur „Unsichtbarkeit“. Zur Verlängerung der Belichtung bei Tageslicht sog. Graufilter verwenden, größere Blendenzahlen nur als Ausnahme.

Tipps:

Erforderliche Ausrüstung:

Nachmachen erwünscht!
Wir freuen uns über eure Anregungen und Kommentare.

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